Germany

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NEWSTICKER, Issue 05/04
Deutscher Orthopädenkongress 2004

Keramik-Keramik erste Wahl


PD Dr. med. Steffen Breusch, Edinburgh

Nach mehrheitlicher Meinung einer Expertenrunde sind Hüft-Endoprothesen in Keramik-Keramik die sicherste und beste Gleitpaarung speziell für jüngere Patienten.

Bei der Beurteilung von Polyäthylen-Paarungen spielt der Alterungsprozess eine wesentliche Rolle. Die Abriebsrate verdreifacht sich, berichtete PD Dr. med. Steffen Breusch, Edinburgh, bei Kratzern am Prothesenkopf. Mit dem Crosslink-Polyäthylen verringert sich der Abrieb, der mehr von der Aktivität als vom Alter des Patienten abhängt, um das dreifache. "Leider wissen wir noch nicht, wie sich das Crosslink-Polyäthylen klinisch über fünf Jahre hinaus verhält und ob es nicht spröde wird und dann bricht," erläuterte Breusch.

Unter der Paarung Keramik-Keramik verringert sich der Abrieb im Vergleich zu allen anderen Gleitpaarungen um das 25-fache. Als Nachteil gilt die potenzielle Gefahr von Frakturen, die im Moment in der Literatur mit 0,01 % beziffert wird. Die meisten Brüche treten frühzeitig nach etwa drei Jahren auf. Auch hier beschränkt sich die klinische Erfahrung auf fünf Jahre, so dass langfristige Aussagen etwa zur Verankerung fehlen.

Die Kombination von Metall zu Metall wird allgemein kritisch bewertet, vor allem, weil man die Langzeitauswirkungen auf Nierenfunktion, Krebsrisiko und spätere Allergien nicht kennt. Aus dem klinischen Alltag ist bekannt, dass diese Prothesen zum Quietschen neigen und über die Einlaufphase hinaus der Abrieb weiterhin oftmals hoch bleibt.